Autismus-Spektrum-Störung

Mein Angebot für Menschen mit Autismus Spektrum,
Zusammenfassung:
1.
Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) sind nicht auf die Diagnose „Autismus“reduzierbar. Jede Person ist als individuelles Subjekt mit spezifischer Vulnerabilität, biografischer und entwicklungspsychologischer Prägung sowie eigener psychischer Organisation wahrzunehmen. Beschwerden und Symptome sind nicht per se Ausdruck der ASS, sondern können unterschiedliche Ursachen haben. Eine differenzierte Ausschlussdiagnostik unter Einbezug möglicher Komorbiditäten ist daher essenziell.
2.
Was für neurotypische Menschen als „unproblematisch“erscheint, kann für Menschen mit ASS subjektiv eine traumatische oder tief verletzende Dimension besitzen. Traumatische Erfahrungen müssen daher konsequent aus der subjektiven Erlebniswelt des Menschen mit ASS heraus verstanden werden.
3.
Die psychophysiologische Belastung während eines Meltdown- oder Shutdown-Zustandes weist neurobiologische Parallelen zu extremen Stresszuständen im Rahmen traumatischer Prozesse (Traumastaten) auf und bedarf dementsprechend besonderer Aufmerksamkeit und Mitgefühls. Der Unterschied liegt in der Entstehung: Traumastaten werden durch Trigger, Intrusionen oder traumabezogene Erinnerungen ausgelöst; Meltdowns und Shutdowns entstehen hingegen vor allem durch sensorische Überforderung und extremen Stress.
4.
Aufgrund der erhöhten Sensitivität sowie der spezifischen Art des Beziehungserlebens erscheint es notwendig, bei Menschen mit ASS Bindungsstörungen und Entwicklungstraumata mitzudenken. Dies sollte sowohl diagnostisch als auch im pädagogischen und therapeutischen Umgang berücksichtigt werden.
5.
Problematisches Verhalten ist nicht als „böswilliges“ Verhalten zu verstehen und sollte nicht primär sanktioniert werden. Vielmehr ist es als Ausdruck eines Regulationsversuchs, als kompensatorisches Muster oder als psychodynamische Abwehrformation zu verstehen und entsprechend zu validieren. Solange dieses Verhalten eine stabilisierende oder protektive Funktion erfüllt, kann es nicht einfach „abtrainiert“ werden, ohne die zugrunde liegende psychische Funktion zu berücksichtigen (Konzept des guten Grundes).
6.
Säuglinge mit ASS erleben aufgrund ihrer hohen Sensitivität häufig bereits früh eine Überflutung durch Reize – auch dann, wenn die primären Bezugspersonen empathisch und zuverlässig sind. Dadurch können Erfahrungen von Spiegelung, Containment sowie die Ausbildung sicherer innerer Objekte und einer sicheren inneren Welt erschwert sein. In der Folge bleiben intersubjektive Erfahrungen häufig begrenzt. Dies kann langfristige Auswirkungen auf Ich-Entwicklung, Affektregulation, Mentalisierungsfähigkeit, Empathieentwicklung und Beziehungsfähigkeit haben.
7.
Durch korrigierende Beziehungserfahrungen, insbesondere mittels autismusadaptierter Spiegelung, Containment und der Arbeit mit Gegenübertragung, kann sich die Mentalisierungsfähigkeit weiterentwickeln. Neue Bindungserfahrungen ermöglichen es Menschen mit ASS, in Beziehung zu bleiben, und fördern Lernen, Exploration, Selbstregulation sowie psychische Weiterentwicklung.
8.
Damit Beziehung mit Menschen im Spektrum entstehen kann, sind die innere Haltung, Selbstregulation und Selbstreflexion der therapeutischen bzw. pädagogischen Fachperson sowie ihre Funktion als „Anker“ und Co-Regulator von zentraler Bedeutung. Ebenso wichtig ist das Finden einer angemessenen Kommunikationsform für innere Zustände.
9.
Korrigierende Beziehungserfahrungen – insbesondere das Erleben, mit den eigenen Besonderheiten als wertvoller Mensch angenommen zu werden, emotional wahrgenommen und verstanden zu werden sowie auch in belastenden Situationen ohne Beziehungsverlust ausgehalten zu werden – stellen einen zentralen Wirkfaktor für die Traumaintegration, die psychische Entwicklung, die Affektregulation und die Reduktion von Stress dar.
10.
Im therapeutischen Prozess ist es bedeutsam, den Konflikt zwischen sozialer Anpassung (Masking) und der Identifikation mit dem Autistisch-Sein wahrzunehmen, zu verstehen und schrittweise zu integrieren. Ziel ist nicht die Auflösung eines der beiden Pole, sondern die Entwicklung eines kohärenten Selbstverständnisses, in dem sowohl Individualität als auch situationsangemessene Anpassung ihren Platz haben.
Perspektive:
„Wenn ich mit meinen Besonderheiten, Bedürfnissen und Grenzen existieren darf, ohne mich dafür verstecken zu müssen, kann Anpassung zu einer freien Entscheidung werden. Sie dient dann der Beziehungsgestaltung und Teilhabe und nicht dem Schutz vor Ablehnung oder dem Verlust des eigenen Selbst.“
© 2025 Pavlina Haberstock. Alle Rechte vorbehalten.
Meine Module bei SIPT Winterthur:
Autismus und Trauma – Modul 1: Traumabesonderheiten, Bindungsentwicklung und psychodynamisches Verstehen bei ASS (fakultativ)
Dieses Modul widmet sich der vertieften und differenzierten Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Trauma bei Menschen im Autismus-Spektrum (ASS). Wir beleuchten die Besonderheiten der Entstehung, Symptomatik, Differenzialdiagnostik und Behandlungsmöglichkeiten von Traumata bei Menschen mit ASS sowie die relevanten Unterschiede zu neurotypischen Menschen.
Als zentrale Faktoren für eine erfolgreiche weiterführende Begleitung und Behandlung werden die innere Haltung, der fachgerechte Beziehungsaufbau und die Gestaltung eines tragfähigen Arbeitsbündnisses detailliert vorgestellt.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Einordnung und angemessenen Begleitung von herausforderndem oder scheinbar dysfunktionalem Verhalten, das im Traumakontext entstanden ist. Es wird vermittelt, wie eine fundierte Differenzierung zwischen autismusbedingter Symptomatik, Traumafolgestörungen und Komorbiditäten wie Burnout, Depression oder Angststörungen vorgenommen werden kann. Ebenso wird die Entstehung kompensatorischer Schemata und Abwehrmechanismen im Entwicklungsverlauf aufgezeigt und der sachkundige Umgang damit thematisiert.
Abschliessend werden bewährte therapeutische und pädagogische Möglichkeiten und Interventionen vorgestellt, darunter die Arbeit mit Übertragung und Gegenübertragung.
Das Modul kombiniert fundierte Theorie mit einem hohen Anwendungsbezug. Es ist ausreichend Raum für fachlichen Austausch, die Erörterung konkreter Fallbeispiele aus der praktischen Arbeit sowie für Fragen und Diskussionen eingeplant.
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Autismus und Trauma – Modul 2: Autismussensible Psychodynamische Traumatherapie (AuSePT), Prävention und Resilienz
Die AuSePT versteht Traumatherapie als einen bindungs- und mentalisierungsorientierten Ansatz, der auf therapeutischer Haltung, sicherer Bindung, therapeutischer Beziehung, der Kommunikation innerer Zustände sowie der Arbeit mit Übertragung und Gegenübertragung basiert.
Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) haben laut Studien ein erhöhtes Risiko, Traumafolgestörungen zu entwickeln. Neben belastenden Lebensereignissen spielen dabei autismusspezifische Traumafaktoren eine zentrale Rolle.
Dazu zählen chronisches Stresserleben, sensorische Überforderung, Missverständnisse in der Kommunikation, mangelnde Co-Regulation sowie wiederholte Erfahrungen von Nicht-Verstanden-Werden, Beschämung, Ausgrenzung und Hilflosigkeit.
Daraus ergibt sich auch die zentrale Frage der Prävention: Wie können Bindungs-, Entwicklungs- und Akuttraumata sowie Traumafolgestörungen verhindert, Resilienz gestärkt und Retraumatisierungen bei Menschen im Spektrum vermieden werden?
Die Weiterbildung vermittelt praxisnahe therapeutische und pädagogische Ansätze auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse ergänzt durch psychodynamische und psychoanalytische Perspektiven. Anhand konkreter Fallbeispiele werden Interventionen der ASPT in Therapie und Traumapädagogik vorgestellt. Dazu auch Eltern- und Bezugspersonenarbeit sowie die Begleitung in Ausbildung und Beruf. Zudem gibt es Raum für Austausch, Reflexion und die Bearbeitung eigener Fallbeispiele.
Die Weiterbildung richtet sich an alle Berufsgruppen, die Menschen mit ASS therapeutisch, pädagogisch oder sozial begleiten und unterstützen.
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Mein Angebot in der Praxis:
- Begleitung beim Aufbau von gesunden, sicheren Bindungen und Beziehungen,
- Anbahnen von Veränderungen im Umfeld und Tagesablauf für eine bestmögliche Entwicklung und Alltagsbewältigung
- unter Beachtung körperlicher, psychischer und seelischer Aspekte.
- Traumatherapie für Mitmenschen mit Autismus-Spektrum-Störung und Asperger-Syndrom
- Psychodynamische Therapie, Beratung und Coaching, Auch Paartherapie für Menschen mit ASS
- Ich begleite auch Firmen, um optimale Arbeitsbedingungen für Menschen mit ASS zu schaffen
- sehe im Download unter „Presse“ mein Fachartikel: „Autismus – Möglichkeiten und Besonderheiten in der Thraumatherapie“
Begleitung und Beratung von Familien
- Verarbeiten der neuen Situation
- Aufbau von Familienressourcen
- Vernetzung und Verarbeitung von Angst, Trauer und Schuldgefühlen
- Stabilisation der inneren Familiensituation
- Steigerung des Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls
- Feinfühligkeitstraining
- Vorbeugung Burnout
- Beratung zur Entwicklung einer sicheren Eltern-Kind-Bindung
Begleitung und Coaching von Teams
Mit dem Motto:
